Musik-Theater an der Wien

Treu bis zur Budgetstreichung

Die letzte Opernproduktion in der Kammeroper, die „vorerst“ und überhastet wegen der finanziellen Schieflage der Stadt Wien geschlossen werden muss, ist ein würdiger Abschied

Stephan Burianek • 05. Juni 2026

In Weinbergs «Lady Magnesia» fällt der Kammerdiener Adolphe (Mitte: Jakob Phillips) der toxischen Beziehung seiner Herrschaften zum Opfer © Herwig Prammer

Wüsste man es nicht besser, dann müsste man die Wahl der beiden Einakter, mit denen die Wiener Kammeroper für unbestimmte Zeit ihre Pforten schließen wird, für ein treffend platziertes Statement, für einen dramaturgischen Coup halten. So absurd und surreal, wie einem als Kulturliebhaber die hastige Schließung von mehreren Wiener Kulturstätten in diesem Jahr erscheinen muss, so absurd ist die Handlung von Mieczyslaw Weinbergs «Lady Magnesia», so surreal jene von Bohuslav Martinůs «Zweimal Alexander». 

Erst im Dezember des letzten Jahres wurde bekannt, dass ab dem 1. Januar Schuberts Sterbewohnung bzw. ab März mehrere weitere…