Bayerische Staatsoper
Eloquent auf dem Papier
Im Prinzregententheater ist Händels «Alcina» mit einem auf Originalinstrumenten spielenden Orchester ein musikalisches Fest. Vor allem John Holiday betört als einstiger Liebhaber der Zauberin
Klaus Kalchschmid • 18. Juli 2026
Schon zur Ouvertüre zerdeppert die Zauberin Alcina alles, was sich zerstören lässt, Geschirr, Vasen, Spiegel, Stühle. Die Lamellen am Fenster waren schon zuvor verbogen. Dann wird alles mit Beginn der Oper wieder an seinen Platz gerückt, das verbogene Geländer im ersten Stock ausgetauscht – wie noch mehrfach an diesem Abend ein paar Statisten immer wieder für Ordnung sorgen. Am Ende, wenn sie endgültig von ihrem Geliebten Ruggiero verlassen ist, gibt es Tabula Rasa: der Museumsraum wird leergeräumt, in dem sieben nackte, goldbronzierte Männer als Statuen stehen, die sich manchmal bewegen. Sie sollen wohl Alcinas verzauberte und zu Stein gewordene Männer darstellen. Vor der Pause gibt es …