Salzburger Festspiele

Die Diva heißt nicht Carmen

In dieser Produktion von Bizets «Carmen» bildet Asmik Grigorian eine unterbelichtete Titelheldin, für Zwischentöne bleibt wenig Raum. Zum Glück kennt man die Handlung

Tobias Hell • 30. Juli 2026

Keine Dialoge, dafür Tanz: Das Tanztheater-Kollektiv Peeping Tom stellt in ihrer Choreografie unangenehme Fragen © SF / Virginia Rota

Bizets «Carmen» ist oft ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind volle Kassen garantiert, wenn man diesen Klassiker auf den Spielplan setzt. Gleichzeitig werden dabei aber immer auch Stimmen laut, die Kritik an der als Männerphantasie abgestempelten Titelfigur üben. Ebenso wie an der Authentizität dieser „ur-spanischen“ Geschichte, die auf dem Roman eines Franzosen beruht und von einem seiner Landsmänner vertont wurde. Da ist man natürlich auch bei den Salzburger Festspielen in der Bringschuld, wenn man nicht in den Ruf geraten will, lediglich die Geldgeber beglücken zu wollen.

So war es durchaus konsequent, mit dem Tanztheater-Kollektiv Peeping Tom eine Truppe zu verpflich…