Deutsche Oper Berlin

Kosmischer Liebesdienst als Chef-Erklärung

Regisseurin Susanne Kennedy nähert sich dem Mythos Stockhausen und verschafft Aviel Cahn mit «Mittwoch aus Licht» einen fulminanten Einstand in Berlin

Roland H. Dippel • 22. September 2026

Wie verblichen ist Stockhausens esoterische Space Opera wirklich? © Julian Roeder

„Make Love...“ betitelte Aviel Cahn mit dem Wechsel vom Grand Théâtre de Genève seine erste Spielzeit an der Deutschen Oper Berlin – und präsentiert als Eröffnungspremiere das (Teil-)Stück eines früheren Enfant terrible der deutschen Nachkriegsavantgarde. Die zweite Vorstellung war gut gefüllt, aber nicht ausverkauft wie zum Beispiel die Uraufführungen von «Mittwoch aus Licht» und «Freitag aus Licht» an der Oper Leipzig in den 1990er Jahren, mit denen Udo Zimmermenn damals seine größten Verkaufserfolge einfuhr. Trotzdem: Das Publikum im Parkett war in diesen vier Stunden so bunt wie lange nicht. Neben Dauergästen und Szene-Hipstern fanden sich viele Getreue der seit dem Tod des Meisters etwas geschrumpften Stockhausen-Gemeinde ein. Diese gibt es also noch immer. Selbst wenn man befürchten musste, da…