Theater Nordhausen

Im Relevanztest: Operette und Musical aus der DDR

Eine zeitgeschichtlich bedeutsame Werkgruppe droht zu entschwinden: Verordneter Optimismus, subversive Beat-Legitimation und historisch uninformierte Arglosigkeit

Roland H. Dippel • 07. Oktober 2026

Hat die unverzichtbare Ironie, Sensibilität und Humor für DDR-Musicals: Juliane Bischoff © Theater Nordhausen

Natürlich endet die erfreulicherweise mit zahlreichen Nachwende-Erstaufführungen durchsetzte Programmfolge in Zugaben aus Gerd Natschinskis ostdeutschem Spitzentitel «Mein Freund Bunbury». Neben diesem seit der Berliner Uraufführung 1964 tausendfach aufgeführten Blockbuster des DDR-Musicals erklingen in diesem Sonderkonzert des Loh-Orchesters Sondershausen weitere Natschinski-Ohrwürmer: aus dem Musical «Servus Peter», einem sozialistischen Wohnungsbau-Sittengemälde der Blütezeiten der Bitterfelder-Weg-Doktrin, und der nach gefeierter Uraufführung im Berliner Metropoltheater 1960 und einer Fernsehverfilmung von Erwin Leister schnell vom Spielplan verschwundenen Operette «Messeschlager Gisela» über einen Modesieg des Sozialismus gegen die Wirtschaftswunder-Bundesrepublik. Das Publi…