Staatstheater am Gärtnerplatz

Spirituosen in der Anstalt

Revuehaft inszeniert Dirk Schmeding die Münchner Erstaufführung von Rossinis handlungsarmer Festoper «Il viaggio à Reims», auf das breite Solistenensemble ist Verlass

Klaus Kalchschmid • 19. Oktober 2026

Ein lyrischer Sopran der Extraklasse, auch in luftiger Höhe: Réka Kristóf als Corinna
Ein lyrischer Sopran der Extraklasse, auch in luftiger Höhe: Réka Kristóf als Corinna © Anna Schnauss

«Die Reise nach Reims oder die Herberge zur goldenen Lilie» (Il viaggio à Reims ossia L‘albergo del giglio d’oro) ist Gioachino Rossinis erste Oper, die er in Frankreich komponiert hat und zugleich seine letzte auf Italienisch. Als Beitrag des Théâtre-Italien, dessen Direktor Rossini war, und anfangs nur als Kantate bezeichnet, versammelte er in einer Art Festoper zur Krönung Charles X. am 29. Mai 1835 ein knappes Dutzend Reisende auf dem Weg zur Krönung des Königs in Reims. Weil aber keine Pferde verfügbar sind, sitzen sie fest und können nur eines tun: Warten und Singen.

Als da sind aus den verschiedensten europäischen Ländern alle voran die Italienerin Corinna, die immer wieder einer Kiste mit der Aufschrift „FRAGILE“ entspringt (ein : Réka Kristóf). Mit fulminantem dramatischem Kolora…