Bayerische Staatsoper

Sie ist gerettet

In der soliden Münchener Neuinszenierung von Gounods «Faust» durch Lotte de Beer in München überzeugen vor allem die Sängerinnen und Sänger

Klaus Kalchschmid • 10. Februar 2026

Olga Kulchynska ist eine Marguerite wie man sie sich nicht besser denken kann, rechts steht Dshamilja Kaiser als Marthe Schwertlein, hier die Mutter Marguerites © Geoffroy Schied

Es beginnt mit einem an den Händen zitternden Tattergreis im Rollstuhl vor riesiger Metallwand, der an sich, seinem Nichtwissen und an der Welt verzweifelt ist und wieder jung sein möchte, um das Leben in vollen Zügen genießen zu können – eine Szene fast wie von Beckett. Und es endet vor derselben Wand mit einem Faust, der auf dem Boden liegt, nachdem er alles verloren hat. Warum aber hat er auch Gretchen – in Gounods «Faust» Marguerite genannt – verlassen und damit die Tragödie erst ausgelöst? Dazwischen liegen drei Stunden seinerzeit neues lyrisches Opern-Drama vom Feinsten, in dem das Geschehen aus Goethes „Urfaust&ldquo…