Staatstheater Nürnberg
Drohnen über dem deutschen Tarnfleck-Wald
Jossi Wieler und Sergio Morabito zeigen Carl Maria von Webers «Freischütz» als Parabel auf den Horror moderner Kriegführung. Wer braucht Moral und Gewissen – oder gar den lieben Gott – wenn er das Zerstörungswerk allein der Technik überlassen kann?
Stephan Schwarz-Peters • 13. April 2026
„Den Heil’gen Preis und Dank“, sangen am gestrigen Abend nicht nur die Menschen in Ungarn (und im restlichen Europa). Auch der von Tarmo Vaask hervorragend einstudierte, gerade im „Jägerchor“ und im „Jungfernkranz“ zu kultiviertesten Stimmleistungen angeleitete Chor des Staatstheaters Nürnberg richtete partiturgemäß seine Jubelgebete Richtung Himmel. Adressat? Unbekannt, denn den lieben Gott, der in Webers Erfolgsoper «Der Freischütz» so schirmend seine Hand über die Schwachen und doch Herzensguten hält, wird man hier kaum antreffen. In der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito – eine Aktualisierung ihrer 2019 erstmals in Straßburg gezeigten Produktion – haben Droh…