Staatstheater Darmstadt

Der pure Ohrgasmus

Lyrisch und dramatisch, poetisch und prosaisch, authentisch und imaginativ, frivol und erotisch: «Die Krönung der Poppea» (L'incoronazione di Poppea), von Karsten Wiegand und Clemens Flick in Darmstadt auf die Bühne gebracht, ist alles zugleich und noch viel mehr

Daniela Klotz • 21. April 2026

Amor und Nerone (Benjamin Lyko zwischen Ofeliya Pogosyan und Megan Marie Hart) sind die Kehrseiten einer Medaille. Skrupel los wie nur ein Gott sein kann, verführt er Götter und Menschen © Martin Sigmund

Schon, wer zur Einführung nicht da war, hat was verpasst. Mit ansteckender Begeisterung schilderte Karsten Wiegand, Regisseur des Abends und Intendant des Hauses, seinen Zugriff auf die «Poppea», dieses besondere Stück Musik. Weil Wiegands Inszenierung so voller Verweise auf Literatur-, Musik- und Weltgeschichte ist, sei vorweggenommen, dass der 74-jährige Monteverdi mit Giovanni Francesco Busenellos Libretto nicht nur ein unterhaltsam-provokantes Stück für den Karneval 1642/43 vertonte, sondern eine wahre Begebenheit, die sich 62 nach Christus in Rom zutrug. Das ist wichtig zu wissen, will man noch Herr seiner Gefühle und …