Gluck-Festspiele

Stimmen und Feste

Mit zwei konzertanten Opern eröffnen in Bayreuth die diesjährigen Gluck-Festspiele. Michael Hofstetter versammelt dabei eine wahrhaft illustre Sängerschar aus bekannten und teilweise noch zu entdeckenden Namen

Florian Kengel • 12. Mai 2026

Immer wieder schön: Bayreuths Markgräfliches Opernhaus während der Eröffnung mit Glucks «Paride ed Elena» © Joao Octavio Peixoto

„Amor & Psyche“ – man könnte das Motto der diesjährigen Gluck-Festspiele für ein mythologisches halten. Doch ist es für Michael Hofstetter – Intendant, Geschäftsführer und Musikalischer Leiter des nordbayerischen Festivals – mehr ein tiefenpsychologisches. Mit Christoph Willibald Gluck möchte er den Figuren auf der Bühne – und damit zugleich der Menschheit als solcher – auf den Grund der Seele schauen. In dieser Disziplin hat es der große Opernreformer tatsächlich weit gebracht. Weg vom bloßen Affekt, blicken seine zwischenmenschliche wie gesellschaftliche Dynamiken sorgfältig spiegelnden Charakterzeichnungen schon im 18. Jahrhundert in Abgründe, in deren Nähe sich nach ihm erst die Romantiker – und natürlich Mozart – wieder wagen sollten. Kein Wunder, …