Oper Frankfurt
Kurz und schmerzvoll
Aribert Reimann war der Oper Frankfurt sehr verbunden. Mit «L‘Invisible» kommt ein Requiem auf die Bühne, das dem Komponisten ebenso wie auch dem Textdichter nach Maeterlinck alle Ehre macht
Daniela Klotz • 01. April 2025

Ganze achtzig Minuten benötigt Aribert Reimann, um drei Todesszenarien durchzuspielen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben und doch untrennbar miteinander verknüpft sind. Das erste Szenario zeigt den Tod als den Eindringling („L’intruse“), als den ihn die Menschen wohl zu allen Zeiten wahrgenommen haben, wahrnehmen und wahrnehmen werden. Er tritt eine Mutter im Kindbett an. Die Familie sitzt beim Essen, voll Vertrauen in den Arzt, der alle Gefahr für gebannt erklärt hatte. Einzig der blinde Großvater nimmt wahr, was alle anderen Anwesenden nicht zu sehen vermög…