Oper Frankfurt

Kurz und schmerzvoll

Aribert Reimann war der Oper Frankfurt sehr verbunden. Mit «L‘Invisible» kommt ein Requiem auf die Bühne, das dem Komponisten ebenso wie auch dem Textdichter nach Maeterlinck alle Ehre macht

Daniela Klotz • 01. April 2025

Mit dem ersten Schrei des Kindes (Victor Böhme) stirbt seine Mutter. Der Trauerschmerz und seine Bewältigung bildeten für Reimann den Ausgangspunkt für dieses Werk. Links im Bild: Irina Simmes als Ygraine © Monika Rittershaus

Ganze achtzig Minuten benötigt Aribert Reimann, um drei Todesszenarien durchzuspielen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben und doch untrennbar miteinander verknüpft sind. Das erste Szenario zeigt den Tod als den Eindringling („L’intruse“), als den ihn die Menschen wohl zu allen Zeiten wahrgenommen haben, wahrnehmen und wahrnehmen werden. Er tritt eine Mutter im Kindbett an. Die Familie sitzt beim Essen, voll Vertrauen in den Arzt, der alle Gefahr für gebannt erklärt hatte. Einzig der blinde Großvater nimmt wahr, was alle anderen Anwesenden nicht zu sehen vermög…