Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Zum Schmelzen schön

Wer bei den Vorankündigungstexten an Eigenmacht und Bildersturm dachte, lag falsch. Das Wiesbadener «Schneeflöckchen» ist tontypisch und bildgewaltig zur echten Trouvaille geraten

Daniela Klotz • 29. Januar 2026

Der Liebe wegen zieht es Schneeflöckchen (Josefine Mindus) zu den Menschen (Chor). Der Zar (Richard Trey Smagur) muss in dieser besonderen Sache Recht sprechen © Max Borchardt

«Schneeflöckchen» ist großjährig geworden. Wohlbehütet wächst das ganz entzückend von Josefine Mindus gesungene Mädchen bei Vater Frost in Eiseskälte auf, dem wie immer stimmstarken Young Doo Park (der auch den Bermjata gibt). Nichts ahnt es vom Unheil, das seine schiere Existenz über die Welt gebracht hat. Denn seit Vater Frost und Mutter Frühling, Camille Sherman in Bestform, Schneeflöckchen im Lauf einer kurzen heftigen Affäre zeugten, versagt der Sonnengott Jarila der Erde Wärme und Licht. Die Winter werden immer länger, die Menschen beten einen Reaktor an, der ihnen immerhin ein wenig Wärme schenkt. Doch g…