Finnische Nationaloper

Das unheimliche Leuchten der Bedeutung

Sebastian Fagerlunds «Der Morgenstern» ist eine Meditation über Sterblichkeit und Transzendenz in einer Zeit der kollektiven Desorientierung – ein Bericht von einer bewegenden Uraufführung

Zenaida des Aubris • 02. Februar 2026

Die Sopranistin Mari Palo wird als Sozialmitarbeiterin Turid mit dem Schrecken konfrontiert © Ilkka Saastamoinen

Sebastian Fagerlunds neue schwedischsprachige Oper «Morgonstjärnan» (Der Morgenstern), die auf Karl Ove Knausgaards gleichnamigem Roman basiert, bewegt sich in jenem seltenen Bereich, in dem Literatur, Musik und visuelles Spektakel zusammenkommen, um etwas wirklich Originelles zu schaffen – beunruhigend und schön zugleich.

Gunilla Hemming hat in ihrem Libretto Knausgaards 666 Seiten umfassende, labyrinthische Erzählung nicht so sehr adaptiert, sondern vielmehr deren Essenz in eine Meditation über Sterblichkeit und Transzendenz verdichtet und das Libretto auf etwas mehr als 30 Seiten komprimiert. Die Geschichte, die der Romanautor selbst als „Chor von Stimmen” bezeichnet hat, handelt von einem Moment im Lebe…