Semperoper Dresden
Ein „Amen“ aus Stahl
Die Dresdner Erstaufführung von Poulencs «Gespräche der Karmelitinnen» mit Marjukka Tepponen und Evelyn Herlitzius entfaltet eine Eindringlichkeit von seltener Konsequenz
Willi Patzelt • 02. Februar 2026
Ein letztes Gebet. „… in saecula saeculorum“ – bis in alle Ewigkeit. Mit einem „Amen“ antwortet nur die Guillotine. Noch ein paar fahle Klänge aus dem Orchestergraben, ein hartes Pizzicato in c-Moll. Dann Dunkel, eine zu kurze Stille – Applaus. Der Schluss von Francis Poulencs «Gespräche der Karmelitinnen» entzieht sich selbst den Boden – und dem Premierenpublikum in der Semperoper Dresden ebenso. Was hier zuvor knapp drei Stunden lang an szenischer und musikalischer Intensität entfaltet wurde, wirkt lange nach.
Es ist das erste Mal überhaupt, dass Poulencs Oper an der Semperoper zu erleben ist. Entstanden Mitte der 1950er Jahre, e…